Panta Rhei: Alles fliesst!
Die User Experience ist abhängig von ihrem Kontext und den Bedürfnissen der Menschen, die sie erleben. Beide Faktoren ändern sich ständig – deswegen muss eine UX regelmässig evaluiert und optimiert werden.
Panta Rhei: Alles fliesst!
Die User Experience ist abhängig von ihrem Kontext und den Bedürfnissen der Menschen, die sie erleben. Beide Faktoren ändern sich ständig – deswegen muss eine UX regelmässig evaluiert und optimiert werden.
Wir glauben, dass wir mit folgenden Prinzipien trotz der starken Variabilität der Rahmenbedingungen eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte User Experience aufbauen und aufrechterhalten können:
Die Abnahme der UX Qualität, je weiter man sich von einer Neulancierung eines Produktes entfernt, ist ein normaler Prozess. Wir glauben, dass man diesen Zerfallsprozess mit folgenden Methoden auf ein Minimum reduzieren kann:
Diese Massnahmen könnten beispielsweise über ein «UX Level Agreement» abgedeckt werden. Wir kennen Service Level Agreements in der IT schon seit vielen Jahrzehnten. Mit dem Bewusstsein, dass ein Service nicht nur über die technische Funktionalität sichergestellt werden muss, wäre es an der Zeit über UX Level Agreements zu reden.
Wir gehen davon aus, dass kontinuierlich betriebene Massnahmen nicht nur qualitätssteigernd, sondern auch effizienter sind (wie es auch die agile Software-Entwicklung propagiert), und zwar:
Lösungen, die von Anfang an auf Skalierbarkeit und Konsistenz ausgelegt wurden, sind für den Nutzer:innen übersichtlicher und leichter bedienbar. Auch lassen sich diese wesentlich leichter pflegen und weiterentwickeln. Um dies zu erreichen, helfen modular aufgebaute Designsysteme, aber auch Pattern Libraries, die Entwickler:innen wie Redakteur:innen gleichermassen mit Bausteinen versorgen und sicherstellen, dass keine Inkonsistenzen auftreten.
Oft wird vergessen, dass bestehende Benutzer:innen, Bewirtschafter:innen oder auch die Nutzer:innen der Weblösung, bei funktionalen oder ästhetischen Anpassungen stets einen Umgewöhnungsprozess durchlaufen müssen. Ein Teil dieser Nutzer:innen ist irritiert, vielleicht sogar frustriert - insbesondere wenn Massnahmen oder Mehrwerte nicht ausreichend kommuniziert wurden [2] + [3].
Der vermeintliche Gewinn einer Optimierung sollte stets dem Aufwand gegenübergestellt werden, den es bedarf sich an neue Funktionen zu gewöhnen. Oft werden mehrere iterative Änderungen besser akzeptiert, als eine grosser Bruch mit der bestehenden Lösung.
Um eine User Experience evaluieren und auch optimieren zu können, müssen wir zunächst ihre Qualität regelmässig messen und miteinander vergleichen. Die UX Qualitätssicherung erhält dadurch die Möglichkeit, frühzeitig Fort- oder Rückschritte in Erfahrung zu bringen. Wünschenswert wäre ein einzelner Indikator nach dem Motto: «Sag mir auf einer Skala von 1 bis 10, wie gut unsere UX ist.»
Jedoch besitzt eine User Experience keine singuläre Qualität, welche wir mit einer einzigen Messung feststellen können. Vielmehr handelt es sich um komplexe Qualitäten, die sich durch eine Vielzahl von Werten ergeben. Auch können aufgrund der individuell gewählten UX Strategie diese Werte ganz unterschiedlich gewichtet werden.
Die Auswahl geeigneter UX KPIs (Key Performance Indicators) erfordert daher einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Auch spielt die Auswahl der geeigneten Tools zur Erhebung der Daten eine grosse Rolle. Die Messung muss verlässlich und ohne immense Aufwände wiederholt durchgeführt und ausgewertet werden können.